Keine Zeit – kennen Sie das?

Keine Zeit – kennen Sie das?

Keine Zeit – kennen Sie das?

Sehr gerne erzähle ich Ihnen die Geschichte vom Indianer, der durch den Wald streifte.

Es war einmal ein alter, weiser und sehr erfahrender Indianer. Er streife, wie schon so oft durch den Wald, auf der Suche nach Tieren, die seiner Hilfe benötigten. Nachdem er einige Zeit unterwegs war, hörte er ein furchtbares Stöhnen und Ächzen, das ihn erschaudern und innehalten ließ. „Hier verendet ein Tier, ich will es von seinem Leiden erlösen“, dachte er und machte sich auf, um das arme Tier zu finden.

Auf einer Lichtung angekommen, war er dem Geräusch ganz nah. Doch er sah kein armes, verendendes Tier – nein. Vielmehr sah er zwei Waldarbeiter, die unter heftigem Stöhnen und Ächzen einen dicken Baumstamm zersägten. Der Indianer beobachte das Trauerspiel eine ganze Zeit und traute seinen Augen nicht. Nach einer Weile des Zuschauens ging er auf die beiden Männer zu und fragte: „Jungs, hat euch schon mal jemand gesagt, dass ihr das Sägeblatt hin und wieder schärfen müsst, um damit Kräfte sparend und flott zu arbeiten?“

Die Männer schauten ihn verdutzt an und gaben ihm vorwurfsvoll und genervt zur Antwort: „Keine Zeit!“

Der Arbeitsalltag macht Veränderungen oft nicht möglich – ist das so?

Diese Geschichte begegnet mir im Arbeitsalltag immer wieder. UnternehmerInnen, AmtsleiterInnen, Führungskräfte und MitarbeiterInnen lassen mich einerseits immer wieder wissen, wie notwendig es ist, Zeit und Energie in neue Prozesse, Technologien, Produkte, Strukturen, Kulturen oder gar in Digitalisierung zu stecken. Andererseits berichten sie mir aber auch, dass sie von ihrem Tagesgeschäft geradezu aufgefressen und daran gehindert werden, diese so wichtigen Themen anzugehen und umzusetzen.

Oft genug ist auch ihre Antwort: „Keine Zeit!“

Licht ins Dunkel bringen – was können wir lernen und verändern?

Einerseits wissen wir, wie entlastend z.B. Digitalisierung sein könnte. Wir haben längst erkannt, wie viel Kraft und Energie für wirklich Wichtiges frei sein könnte, hätten wir hier unsere Hausaufgaben in den letzten Jahren gemacht. Auch wissen wir ganz genau, was wir versäumt haben und wie gut wir beraten wären, hier schleunigst aufzuholen und zu verändern. Doch andererseits führen wir immer wieder das “Totschlagargument” der mangelnden oder nicht vorhandenen Zeit an. Stünde dann Zeit zur Verfügung, wird häufig ein weiteres “Totschlagargument” – kein Geld – angeführt. Ich frage mich, ist das einem Wirtschaftsstandort, wie Deutschland es ist und weiterhin sein möchte, würdig?

Was können wir durch die Pandemie erkennen?

Meines Erachtens bringt hier die Corona-Pandemie seit geraumer Zeit Licht ins Dunkel. Sie macht das Dilemma geradezu offen – sichtlich.

Vor kurzem meinte Ministerpräsident Armin Laschet in einem Interview: „Ja, wir müssen eingestehen, dass wir in Sachen Digitalisierung einiges versäumt haben. Doch gerade jetzt haben wir keine Zeit, uns darum zu kümmern. Zunächst müssen wir die Rückverfolgung der gemeldeten Coronafälle wieder in den Griff bekommen. Digitalisierung – darum kümmern wir uns später.

Hat er aus Sicht des alten, weisen und erfahrenen Indianers damit nicht auch gesagt: „Wir sägen lieber mit stumpfen Sägen weiter, dafür stellen wir lieber ein paar Waldarbeiter mehr ein.“

Wie lange wollen wir diesem Dilemma noch Zeit geben?

Ein Dilemma, das uns worst case noch eine Zeit lang daran hindern wird, das Richtige zu tun. Gründe wie

  • keine Zeit
  • nicht die richtigen Leute
  • kein Geld
  • wichtigere Projekte
  • Krankheitsfälle
  • Mitarbeiter, die in Elternzeit oder im Urlaub sind
  • etc.

wird es wohl immer ausreichend geben.

Der alte, weise und erfahrende Indianer lässt grüßen

So sägen wir – um es noch einmal mit dem alten, weisen und erfahrenen Indianer zu sagen – weiter mit einem stumpfen Sägeblatt , warten und hoffen darauf, endlich Zeit zu haben, um es endlich schärfen zu können. Auch frage ich mich

  • ist das effizient?
  • was daran ist wirtschaftlich?
  • ist das wirklich ressourcenschonend?
  • wohin kommen wir, wenn wir so weitermachen?
  • wie gut kennen wir unsere Ziele?
  • macht das wirklich alles Sinn?
  • wollen wir eventuell unsere vermeintlichen Komfortzonen nicht verlassen und halten deshalb an alten stumpfen Sägeblättern fest.

NEIN! Vielmehr bin ich sicher, dass es an der Zeit ist zu erkennen, wie viel wertvolle Zeit (und andere Ressourcen) wir auf diese Weise verlieren und wie unwirtschaftlich, wenig mutig und verantwortungsreduziert wir handeln.

Mein Fazit aus dieser Geschichte

Die Geschichte weist uns auf charmante Art und Weise daraufhin, wie unvermeidlich es ist, jetzt los zu legen. Das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden und zu erkennen, dass das Tagesgeschäft wichtig ist aber nicht über allem stehen sollte. Auch weist uns die Geschichte darauf hin, wie zwingend erforderlich es ist, für “funktionierende Instrumente” zu sorgen und noch heute zu erkennen, dass genau jetzt die richtige Zeit ist, mit allen verfügbaren Kräften das “Sägeblatt” zu schärfen.

Im Gegenzug erleben wir wie

  • wertvolle Ressourcen und Kräfte werden frei und Schritt für Schritt sowie mehr und mehr zur Verfügung stehen
  • Motivation und Freude aller Betroffenen zunehmen und zu mehr Effizienz und Effektivität beitragen
  • zukunftsrelevante Kompetenzen aufgebaut und von Tag zu Tag mehr genutzt werden
  • Sie die Nase vorne haben und an Ansehen und Attraktivität gewinnen
  • Sie von anderen als leuchtendes Beispiel wahrgenommen werden

Ihr Unternehmen, Ihre Behörde ist mindestens einen Schritt voraus. So heißt es für Sie – „volle Kraft voraus“ und Sie gehen gestärkt aus der Krise.

Andere, die lieber weiter aufschieben und keine Zeit haben und finden, fahren dagegen mit “stotternden Motor” weiter und haben wertvolle Zeit, die sie nicht mehr einholen können, verloren.

VorSprung durch AbLegen und AnPacken

  • legen Sie Ihre “Totschlagargumente” am besten noch heute zu den Akten
  • gönnen Sie sich den Blick und die Unterstützung von außen – Sie werden sehen, das zahlt sich aus
  • vermeiden Sie es, eine 100% Lösung finden zu wollen
  • gehen Sie Schritt für Schritt vor
  • freuen Sie sich an kleinen aber konstanten Fortschritten
  • bauen Sie neue Kompetenzen und eine gute Kondition auf
  • nehmen Sie Ihre MitarbeiterInnen mit
  • hören Sie auf, nach Gründen zu suchen warum es nicht geht
  • fangen Sie an – JETZT

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und stehe Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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